Vorschau

Montag, 6. Juni, 19:30 Uhr

Parfum des Lebens

Im französischen Film „Parfum des Lebens“ erzählt der Regisseur Grégory Magne von einer ungewöhnlichen Freundschaft, in der es um Düfte geht.

Anna Walberg (Emmanuelle Devos) galt einst als gefeierter Star unter den Parfümeuren. Heute muss sie sich als Geruchsberaterin über Wasser halten. Nachdem sie vor einiger Zeit ihren Geruchssinn verlor, war sie in der Parfum-Branche schnell abgemeldet. Seitdem fährt sie ihr Chauffeur Guillaume Favre (Grégory Montel) von Job zu Job – sehr zu seinem Leidwesen, denn Anna ist keine angenehme Kundin. Sie ist eiskalt, sagt nie Bitte oder Danke und verhält sich Guillaume sehr arrogant. Und dennoch besteht sie darauf, ausschließlich von Guillaume gefahren zu werden. Der Fahrer hingegen hat aktuell andere Sorgen, als sich mit seiner schwierigen Kundin herumzuschlagen. Seine Frau hat sich von ihm scheiden lassen und nun kämpft er um das Sorgerecht für seine Tochter Léa (Zélie Rixhon). Dazu kommt, dass ihm sein Chef Arsène (Gustave Kervern) schon mit der Kündigung gedroht hat. Als Anna einen Rückfall erleidet und Guillaume sie rettet, scheint sich das Blatt für die beiden zu wenden …

Mit komödiantischem Feingefühl lässt Regisseur Grégory Magne in seinem Film „Das Parfum des Lebens“ die beiden grundverschiedenen Charaktere aufeinander prallen und voneinander lernen. Während der Chauffeur seine ebenso introvertierte wie zickige Kundin in die Grundlagen des Sozialverhaltens einführt, lernt er mit Anne die Welt aus der Geruchsperspektive kennen.

Glücklicherweise hat Magne der Versuchung widerstanden, daraus eine romantische Liebesgeschichte zu konstruieren und gibt sich mit einer zaghaft wachsenden Freudschaftsbeziehung zufrieden, in der Lebens- und Sinnesfreuden gemeinsam neu entdeckt werden.

Komödie – Frankreich 2019 – 100 Min. – FSK 0


Mittwoch, 15. Juni, 19:30 Uhr

Anton Bruckner – Das verkannte Genie

Anton Bruckner war lange Zeit missverstanden und fand erst nach seinem Tod Anerkennung. Inzwischen gehört der oberösterreichische Komponist zu den wegweisendsten Komponisten, der die Musikgeschichte bis ins 20. Jahrhundert maßgeblich beeinflusst hat. Regisseur Reiner E. Moritz begibt sich auf eine Spurensuche zu den wichtigsten Orten in Bruckners Leben.

Anton Bruckner gilt heute als einer der größten und fantasievollsten Komponisten seiner Zeit. Diese Anerkennung wurde ihm Zeit jedoch seines Lebens nicht zuteil. Von seinen Zeitgenossen wurde der Komponist lange Zeit verachtet und erst nach seinem Tod offenbarte sich, dass Anton Bruckner eigentlich ein Genie der Töne war. Reiner E. Moritz begibt sich in seiner Dokumentation, der ersten, die sich intensiv mit dem Komponisten auseinandersetzt, auf eine filmische Spurensuche und spürt dem einst verkannten Genie an den Orten nach, an denen er gelebt und gewirkt hat.

Durch Größen wie Valery Gergiev, Kent Nagano und Sir Simon Rattle erwacht Bruckners sinfonisches Werk zum Leben. Anhand seiner Musik wird von den Höhen und Tiefen seines Lebens erzählt. Zusätzlich gibt die Aufnahme des kompletten Bruckner Zyklus mit Valery Gergiev am Pult der Münchner Philharmoniker eine einmalige Möglichkeit, Ausschnitte all seiner Sinfonien aus einer Hand zu erhalten und im Rahmen der umfangreichen Dokumentation zu verwenden. Musikwissenschaftler und Biografen kommen ebenso zu Wort wie die Organisten Prof. Martin Haselböck, Andreas Etlinger und Bernhard Prammer, die zudem an der Orgel improvisieren und uns an Bruckners Werk teilhaben lassen.

„Diese Dokumentation ist ein filmisch noch nie dagewesenes Gesamtwerk über Anton Bruckner, der die Vorurteile gegenüber seinem künstlerischen Schaffen auszuräumen versucht und dem Komponisten die gebührende Anerkennung verleiht, die er verdient hat,“ so Andreas Guballa, Vorsitzender des FilmClubs Heide.

Die Dokumentation läuft in Kooperation mit der Brahms-Gesellschaft Schleswig-Holstein im Rahmen der Brahms-Wochen 2022.

Dokumentation – D 2019 – 95 Minuten – FSK 0